Information zur Halbjahresrechnung des Bruttoinlandsprodukts 2009
Der Arbeitskreis »Volkswirtschaftliche Gesamtrechnungen der Länder« weist darauf hin, dass die Halbjahresrechnung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) 2009 aufgrund der Umstellung der amtlichen Konjunkturstatistiken auf eine neue Systematik der Wirtschaftszweige und verschiedener methodischer und datenbedingter Probleme infolge der Wirtschaftskrise bei der regionalgetreuen Abbildung der derzeitigen wirtschaftlichen Entwicklung mit Qualitätseinschränkungen belastet ist.
Hauptsächlich handelt es sich dabei um folgende Problemfelder:
- Ab Januar 2009 gilt in den amtlichen Konjunkturstatistiken, die für die Berechnung des BIP verwendet werden, die neue Klassifikation der Wirtschaftszweige WZ 2008. Für die Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen ist dagegen bis zum Kalenderjahr 2011 noch die bisherige WZ 2003 maßgeblich. Der Übergang auf die neue Klassifikation führt zu einer tief greifenden Umstrukturierung der Wirtschaftszweige und entsprechenden Änderungen der Gliederungsstruktur im Erhebungsprogramm der amtlichen Statistik. Aufgrund der Unterschiede in der Datensystematik müssen bei der Halbjahresrechnung sogenannte Umsteigetabellen eingesetzt werden. Diese sind derzeit allerdings noch vorläufig.
- Da zum Zeitpunkt der Halbjahresrechnung in vielen Wirtschaftsbereichen noch keine länderspezifischen Basisdaten zur Verfügung stehen, werden üblicherweise Informationen aus der nationalen VGR auch für die Länderebene genutzt. Die Übertragbarkeit von Bundesentwicklungen auf alle Länder bei der diesjährigen Halbjahresrechnung ist aufgrund der Wirtschaftskrise stärker eingeschränkt als üblich. Angesichts der regional unterschiedlichen Wirtschaftsstrukturen und der ungleichen Konjunkturverläufe resultieren hieraus größere Unsicherheiten.
- Die regional verfügbaren Fachstatistiken liefern zum Halbjahr lediglich Daten zur Umsatzentwicklung. Angaben zu den Vorleistungen, dem Anteil an Rohstoffen, Energie und Vorprodukten in der Produktion, die für eine originäre Wertschöpfungsermittlung erforderlich sind, liegen erst deutlich später vor. Ersatzweise werden gegenüber dem Vorjahr unveränderte Vorleistungsanteile unterstellt. Infolge der außergewöhnlichen wirtschaftlichen Situation ist jedoch mit einer überdurchschnittlichen Volatilität des Vorleistungseinsatzes zu rechnen. Somit dürfte die BIP-Entwicklung in den Ländern zum Halbjahr 2009 weniger treffend beschrieben werden als in »normalen« Jahren.
Fazit:
Die ausgewiesenen Wachstumsraten des BIP für das 1. Halbjahr 2009 in den Ländern weisen einen stärkeren Schätzcharakter auf als üblich. Ursachen sind die besondere wirtschaftliche Situation in Verbindung mit der eingeschränkten länderspezifischen Datenlage sowie die grundlegende Umstellung der Klassifikation der Wirtschaftszweige (WZ 2008).
Hinweis:
Die VGR-Gemeinschaftsveröffentlichungen in Excel sind in Office 2003 bzw. Office XP erstellt.